Ferienbeginn einhalten: Frühstart in den Urlaub verstößt gegen die Schulpflicht

Verstöße können bis zu 2.500 Euro Bußgeld kosten

Schulleitung vorab um eine Freistellung bitten

   Wiesbaden (ots) - Lange Staus vermeiden, günstige Flüge sichern: 
Für viele Familien ist die Versuchung groß, früher in den Urlaub zu 
starten. Doch wer seine schulpflichtigen Kinder unerlaubt aus der 
Schule nimmt, muss mit Bußgeldern von bis zu 2.500 Euro rechnen. "Wer
gegen die Schulpflicht verstößt, begeht zumindest eine 
Ordnungswidrigkeit", erklärt Rechtsexperte Michael Rempel vom 
Infocenter der R+V Versicherung. "Im Wiederholungsfall können Eltern 
schlimmstenfalls sogar Post von der Staatsanwaltschaft im Briefkasten
finden." Tipp des R+V-Infocenters: Muss die Familie die Ferien aus 
wichtigen Gründen verlängern, sollten Eltern vorab mit der 
Schulleitung sprechen.

   Grundsätzlich können Erziehungsberechtigte ihr Kind von der Schule
freistellen lassen - wenn es gute Gründe für eine Urlaubsverlängerung
gibt. "Wird die Oma 80 oder heiratet die Tante, kann der Schulleiter 
Sonderurlaub genehmigen", sagt Rempel, "eine Selbstverständlichkeit 
ist dies jedoch keineswegs." Günstigere Reisepreise oder vorab 
gebuchte Flüge reichen als Begründung jedenfalls nicht aus. Wer sein 
Kind dann krankmeldet und dabei erwischt wird, muss im schlimmsten 
Fall mit einem Bußgeld rechnen.

   Höhe des Bußgelds hängt vom Bundesland ab 

   In Hessen ahnden die Schulämter einen Verstoß üblicherweise mit 
100 Euro, ab sechs Fehltagen mit 150 Euro. In Nordrhein-Westfalen 
kostet die unerlaubte Ferienverlängerung schon bis zu 1.000 Euro 
Bußgeld, Berlin kassiert sogar bis zu 2.500 Euro von den Eltern. Ob 
und in welcher Höhe das Schulamt ein Bußgeld verhängt, kommt immer 
auf den Einzelfall an.

   Wiederholungstätern drohen schlimmere Strafen 

   Wer zum ersten Mal gegen die Schulpflicht verstößt, muss zumindest
mit einer Verwarnung rechnen. Eine Wiederholung kann dann aber teuer 
werden. In einigen Bundesländern wie Hessen, Hamburg oder dem 
Saarland begehen Eltern damit unter Umständen sogar eine Straftat, 
die mit Geldbußen oder Freiheitsstrafe belegt werden kann.

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